SCHUFA Update: Schluss mit der Blackbox – dafür mehr Transparenz!

04.04.2025

Bald erfährt jeder alles über seinen „Score“

Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist Deutschlands mächtigste Auskunftei, wenn es um die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen geht. Seit ihrer Gründung im Jahr 1927 sammelt sie Daten über Verbraucher – etwa über Kredite, Mobilfunkverträge oder unbezahlte Rechnungen – und erstellt daraus den sogenannten Score. Dieser entscheidet mit, ob jemand einen Kredit bekommt, ein Auto finanzieren darf oder einen Handyvertrag abschließen kann.

 

Banken, Versandhändler, Mobilfunkanbieter und viele weitere Unternehmen greifen auf SCHUFA-Daten zurück, um das Risiko einzuschätzen, ob eine Person ihren Zahlungsverpflichtungen zuverlässig nachkommen wird. Der Score wirkt sich also direkt auf den Alltag jedes Bürgers aus – von der Kontoeröffnung bis zum Online-Shopping.

 

Kritik an der bisherigen Praxis

Seit Jahren werfen Verbraucherschützer der SCHUFA mangelnde Transparenz vor. Der Score galt bislang als Blackbox – niemand wusste genau, wie er berechnet wird.

 

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Auch der Europäische Gerichtshof hat das Verfahren als möglicherweise rechtswidrig eingestuft. Denn die Entscheidungen basieren auf einem System, das der Durchschnittsverbraucher kaum nachvollziehen kann – und auf das er nur begrenzt Einfluss hat.

 

Was ändert sich jetzt?

Es soll möglicherweise noch in diesem Jahr ein komplett neues Scoring-Modell eingeführt werden – verständlicher, transparenter, fairer.

Das Ziel: Den Score entmystifizieren. Statt hunderter undurchsichtiger Faktoren gibt es künftig nur noch zwölf klar definierte Kriterien, die die Bonität eines Verbrauchers abbilden sollen.

 

Das Ergebnis kann jeder Verbraucher dann nach der Einführung kostenlos über eine App oder Online-Plattform abfragen. Mögliche Fehleinträge können dann schneller korrigiert werden.

Andererseits führen Negativ-Einträge, etwa wegen unbezahlter Rechnungen oder Kredite, natürlich weiterhin zu einer schlechteren Bewertung. Und so gilt dann auch in Zukunft: Wer seine finanziellen Verpflichtungen nicht erfüllt, muss mit Konsequenzen rechnen.

 

Fazit

Mit dem neuen Score-Modell will die SCHUFA verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Der Schritt zu mehr Transparenz ist überfällig – und könnte für Millionen Deutsche den Umgang mit ihrer finanziellen Bewertung deutlich verbessern.

Bleibt zu hoffen, dass der neue Score hält, was er verspricht.

 

Bericht: Walter Thomas

 


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