
Immer mehr geben auf: Apotheken protestieren gegen ‚zerstörerische Politik‘
Mittwochs im November: Demos gegen Gesundheitsminister Lauterbach – Apotheken bleiben geschlossen
Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) schlägt Alarm: „Die Zahl der Apotheken in Deutschland geht mit immer rasanterer Geschwindigkeit zurück“, heißt es in einer Presserklärung vom 8. November 2023. „Mit 17.733 Apotheken ist am Ende des dritten Quartals 2023 ein neuer historischer Tiefstand erreicht (Ende 2022: 18.068). Der Rückgang in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 mit 335 Schließungen ist zudem höher als im Vergleichszeitraum des Jahres 2022 mit 285 Schließungen.“
Aus Protest gegen die „zerstörerische Politik“ der Bundesregierung wollen viele Apothekeninhaberinnen und -inhaber nun deutschlandweit mittwochs im November demonstrieren und ihre Geschäfte dabei geschlossen halten.
Auftakt war am 8. November 2023 in Norddeutschland (Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen).
Weiter geht es in Westdeutschland (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen) am 15. November 2023, gefolgt von Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) am 22. November 2023. Den Abschluss bildet Ostdeutschland (Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen) am 29. November 2023.
An allen Protesttagen bleiben aber Notdienstapotheken geöffnet, versichert die ABDA.
Wirtschaftlicher Druck durch Lieferengpässe, Personalmangel und unzureichende Vergütung
Die Versorgung mit Arzneimitteln sei zwar immer noch gesichert, „aber der Rückgang der Apothekenzahl ist besorgniserregend", sagt ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening: „Der wirtschaftliche Druck auf die Apotheken wird immer größer. Durch Lieferengpässe, Personalmangel und eine unzureichende Vergütung ist die Lage der Apotheken extrem angespannt.“
Warum protestieren die Apotheken gegen die Regierung?
„Die Politik hat das Problem zwar inzwischen erkannt, handelt aber trotzdem nicht“, so Overwiening: „Anstatt das System zu stabilisieren hat die Ampel-Koalition die Apothekenvergütung, die auf dem Niveau von 2004 eingefroren ist, zuletzt sogar gekürzt. Außerdem will Gesundheitsminister Karl Lauterbach nun Apotheken ohne Notdienste und ohne eigene Medikamentenherstellung etablieren. Auch Apotheken ohne Apothekerinnen und Apotheker soll es geben.“
Die Apotheker fordern die Bundesregierung auf, „dringend das Honorar zukunftsgerecht anzupassen und die Apotheken solide zu finanzieren“, ergänzen Thomas Preis, Vorsitzender Apothekerverband Nordrhein e.V., und Dr. Armin Hoffmann, Präsident Apothekerkammer Nordrhein (AKNR). Sie protestieren „gegen eine zerstörerische Deregulierung in Richtung von Leistungskürzungen und einem Zwei-Klassen-Apothekensystem.“
Bei der zentralen NRW-Kundgebung am Dortmunder U ab 12 Uhr „werden wir deutlich machen, wie wenig wir von den nicht zu Ende gedachten Plänen des Ministers halten“, kündigen Hoffmann und Preis an.
Bericht: Achim Kaemmerer
Foto: Stephan Schütze/AKNR
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