Glyphosat-Prozesse: Bayer erzielt Erfolg in Australien – doch Aktie bleibt im Keller

03.01.2025

Sammelklage wurde eingestellt – Chemie-Konzern kämpft weiter um seine Reputation

Weltweit muss sich der Leverkusener Bayer-Konzern seit 2018 wegen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat vor internationalen Gerichten verantworten. Es hagelte Klagen, weil das Totalherbizid, das u.a. in der Landwirtschaft eingesetzt wird, angeblich Krebs verursachen soll. Doch im Laufe der Zeit hat sich das Blatt gewendet: 15 von 22 Prozessen konnte der Chemie-Riese aus dem Rheinland mittlerweile für sich entscheiden. Jüngster Fall: Das australische Bundesgericht (Federal Court of Australia) „hat auf Antrag der Kläger das Verfahren zur Sammelklage im Fall Fenton gegen Monsanto eingestellt“, teilt Bayer mit. „McNickle war das erste Roundup-Urteil außerhalb der USA, bei dem es um die Frage ging, ob Glyphosat das Non-Hodgkin Lymphom (NHL) verursacht. Das Gericht hat in einem 322-Seiten-Urteil festgestellt, dass die Masse der wissenschaftlichen Beweise keinen Zusammenhang zwischen Glyphosat und NHL stützt. Dieses Ergebnis stimmt mit den Bewertungen von Zulassungsbehörden und wissenschaftlichen Untersuchungen weltweit überein, die ebenfalls zu dem Schluss kommen, dass Glyphosat nicht krebserregend ist. Das sieht auch der australische Regulierer (Australian Pesticides and Veterinary Medicines Authority, APVMA) so.“

 

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Verfahren in USA gehen weiter

In den USA wird sich Bayer weiterhin „auf Basis der starken wissenschaftlichen und regulatorischen Beweislage zugunsten der Sicherheit von Glyphosat weiterhin vor Gericht verteidigen“, heißt es weiter. „Zudem strebt das Unternehmen eine Überprüfung durch den U.S. Supreme Court an. Dabei geht es um die grundsätzliche Frage, ob sämtliche Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise auf dem Produkt, die auf dem Recht einzelner US-Staaten beruhen, durch Bundesrecht ausgeschlossen sind. Derzeit prüft Bayer, welcher Fall sich dafür am besten eignet. In der Zwischenzeit wird das Unternehmen Vergleiche in Betracht ziehen, wenn sie im Interesse des Unternehmens sind, und bewertet kontinuierlich auch sämtliche andere möglichen Wege, um die rechtlichen Risiken einzudämmen.“

 

Imageschaden: Anleger bleiben zurückhaltend

Die Klagen gegen Glyphosat haben dem Image des Chemie-Konzerns schwer geschadet. Die Aktie ist um 80 Prozent ihres Wertes gesunken. Da half es bisher auch nicht viel, dass die meisten Prozesse im Sande verlaufen sind: Laut finanzen.net wurden die Aktien nach dem Urteil in Australien im XETRA-Handel zeitweise um 1,19 Prozent (19,16 Euro) tiefer notiert.

 

Die noch verbliebenen Klagen in den USA bleiben weiterhin ein Klotz am Bein, meint Michel Doepke vom Anlegermagazin Der Aktionär: „Bayer kämpfe ohnehin mit einigen Problemen, die kurzfristig nur schwer zu lösen seien. Dass die Aktie nicht auf die guten Nachrichten aus Down Under reagiere, zeige die anhaltende Anlegerzurückhaltung.“

 

Bericht: Achim Kaemmerer
Archivfoto: anzeiger24.de / KI-generiert mit Adobe Firefly

 


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