
Schiri-Durchsagen im Bundesliga-Stadion: Mehr Transparenz oder mehr Verzögerung beim Spiel?
Public Announcement soll dem Publikum kritische Entscheidungen besser vermitteln
Die gleiche Diskussion gibt es ja bereits beim Videobeweis während Fußball-Bundesligaspielen: Schafft das System mehr Gerechtigkeit, weil vermeintliche Fehlentscheidungen vermieden werden, oder bremst es den Spielbetrieb noch weiter aus? Nun startet also am kommenden Wochenende ein weiteres Pilotprojekt, das die Arbeit von Schiedsrichtern transparenter und nachvollziehbarer machen soll, sagt der Deutsche Fußball-Bund (DFB): In fünf Stadien der 1. und 2. Liga werden die Unparteiischen erstmals ihre Entscheidungen nach Eingriffen des Video-Assistenten (VAR) direkt über die Stadionlautsprecher ans Publikum kommunizieren.
So funktioniert die Schiedsrichter-Durchsage
Die sogenannte "Public Announcement"-Durchsage wird immer dann erfolgen, wenn der Schiedsrichter am Spielfeldrand in der sogenannten Review Area eine Szene überprüft oder eine faktische Entscheidung (etwa Abseits oder Handspiel) auf Hinweis des Video-Assistenten ändert. Über das Mikrofon des Schiedsrichter-Headsets informiert der Unparteiische das Publikum über die überprüfte Spielszene, das Ergebnis der Überprüfung und die finale Entscheidung. Diese Ansagen werden nicht nur im Stadion zu hören sein, sondern auch in die Liveübertragungen der TV- und Streaming-Partner integriert.
Premiere in fünf Partien
Zum Start der Testphase, die von der DFL-Kommission Fußball in Zusammenarbeit mit der DFB Schiri GmbH initiiert wurde, wird das neue System am 20. Spieltag der Bundesliga und der 2. Bundesliga erstmals bei folgenden Spielen erprobt:
- Fortuna Düsseldorf – SSV Ulm 1846 Fußball am Samstag, 1. Februar 2025
- FC Bayern München – Holstein Kiel am 1. Februar
- FC St. Pauli – FC Augsburg am 1. Februar
- Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg am Sonntag, 2. Februar
- Bayer 04 Leverkusen – TSG Hoffenheim am 2. Februar
Ein kurzes Erklärvideo soll die Zuschauer in den Stadien vorab mit dem Ablauf der Durchsagen vertraut machen.
Mehr Klarheit für Fans – auch bei kritischen Entscheidungen
Knut Kircher, Geschäftsführer der DFB Schiri GmbH, sieht in dem Pilotprojekt einen wichtigen Fortschritt: „Wir sehen im 'Public Announcement' einen ersten klaren Schritt zu mehr Aufklärung und haben mit unseren Unparteiischen die Abläufe gewissenhaft trainiert. Deshalb sind wir zuversichtlich, dieses neue Vorgehen erfolgreich begleiten zu können, auch wenn es anfänglich ungewohnt sein wird."
Auch Ansgar Schwenken, DFL-Direktor für Spielbetrieb und Fans, begrüßt den neuen Ansatz: "Mit dieser Testphase wollen wir auch für mehr Verständnis bei den Fans sorgen. Zuschauerinnen und Zuschauer werden im Stadion und vor den Bildschirmen einen tieferen Einblick in die Entscheidungsfindung des Unparteiischen nach einer Intervention des Video-Assistenten erhalten."
Allerdings wird es für die Betroffenen eine neue Erfahrung sein, wenn sie nun vor einem Millionenpublikum sprechen müssen. Laut Informationen des Nachrichtenkanals SPORT1i sei "die Skepsis der aktiven Schiedsrichter enorm". Nun muss also der Praxistest zeigen, ob sich das System wirklich bewährt.
Quelle: DFB
Fotos: Archiv anzeiger24.de / Pixabay
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