Der „Mond“ von Köln: Im LUNA trainieren Astronauten und Roboter ihre Einsätze im Weltraum

26.09.2024

Gemeinschaftsprojekt von DLR und ESA nutzt die Raumfahrtinfrastruktur und Fachwissen aus Deutschland

Den Mond gibt es jetzt auch auf der Erde – zumindest für das Training von Astronautinnen und Astronauten, die Entwicklung von Technologien oder zur Vorbereitung von Langzeit-Missionen: Am 25. September 2024 wurde in Köln die hochmoderne Mond-Simulationsanlage LUNA eröffnet. Diese gemeinsame Initiative des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) bietet Astronauten, Forschern und Robotiksystemen die Möglichkeit, unter realistischen Bedingungen für künftige Mondmissionen zu trainieren und neue Technologien zu entwickeln.

 

Künstliche Mondoberfläche: Forschung und Entwicklung von Raumfahrttechnologien

In der LUNA-Anlage, die als "Mond auf der Erde" bezeichnet wird, befindet sich eine 700 Quadratmeter große künstliche Mondoberfläche. Sie besteht aus einer Schicht von 60 Zentimeter dickem Mondstaub, sogenanntem Regolith, der aus Basalt aus Nordrhein-Westfalen hergestellt wurde.

 

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 Die Halle simuliert Mondbedingungen, etwa durch einen Sonnensimulator, der das Licht und die Schatten auf dem Mond nachahmt, und ein geplantes Schwerkraftsystem, das die geringere Mondgravitation nachbilden wird. Zudem können geophysikalische Tests in versteckten „Eis“-Schichten und Lava-Tunneln durchgeführt werden, die die geologischen Besonderheiten des Mondes simulieren.

Die Anlage wird von DLR und ESA als wesentlicher Meilenstein für die Erforschung des Mondes angesehen. Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR, betont die Bedeutung von LUNA für die Entwicklung von Raumfahrttechnologien, Robotik und künstlicher Intelligenz sowie für ressourcenschonende Systeme. Auch ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher sieht in LUNA eine wichtige Rolle für die internationale Zusammenarbeit und die Spitzenposition Europas in der Mondforschung.

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Beweglichkeit in Schwerelosigkeit üben

Die LUNA-Anlage bietet zahlreiche Testmöglichkeiten: von Bohrtechniken in eingefrorenem Boden bis hin zu schrägen Rampen, um die Beweglichkeit von Astronauten und Rovern zu erproben. Die Halle ist zudem mit dem Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum in Oberpfaffenhofen verbunden, das künftig das europäische Kontrollzentrum für die Artemis-Mondmissionen beherbergen wird. Bis 2026 soll LUNA vollständig in Betrieb sein.

 

Die LUNA-Infrastruktur wird auch Langzeitmissionen unterstützen. Geplant ist der Bau eines Wohnmoduls (FlexHab) sowie eines Gewächshauses, das unter dem Namen EDEN-LUNA frische Nahrung für längere Mondaufenthalte produzieren soll. Das Projekt baut auf Erfahrungen aus der Antarktis auf, wo ein ähnliches Gewächshaus bereits erfolgreich getestet wurde.

 

Die Entwicklung der LUNA-Anlage begann 2013, finanziert durch Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen und die ESA. Ziel ist es, LUNA nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Universitäten sowie Industriepartnern für Experimentier- und Testzwecke zur Verfügung zu stellen. Die Anlage befindet sich in direkter Nachbarschaft zu weiteren bedeutenden Raumfahrteinrichtungen des DLR und der ESA in Köln, wodurch ein einzigartiges Forschungsökosystem für die Mondforschung entsteht.

 

Quelle/Fotos: DLR/ESA

 


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